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LVR-Klinikum Essen
Kliniken und Institut der Universität Duisburg - Essen
Die Spezialsprechstunde für Menschen mit Zwangserkrankungen ist ein Angebot der Allgemeinpsychiatrischen Ambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Rheinischen Kliniken Essen. An die Spezialsprechstunde können sich alle Menschen wenden, die unter Zwängen leiden oder durch Zwänge in ihrem sozialen oder beruflichen Umfeld beeinträchtigt sind.
Was ist eine Zwangsstörung?
"Ist der Herd wirklich aus? Habe ich die Tür abgeschlossen?" Nahezu jeder Mensch kennt solche Gedanken und hat schon einmal Herd, Bügeleisen oder Tür zur Sicherheit noch einmal kontrolliert. Bei Menschen, die unter einer Zwangsstörung leiden, übersteigt ein Verhalten, das durch bestimmte, immer wiederkehrende Gedanken motiviert ist, jedoch deutlich ein Maß, das als sinnvoll bezeichnet werden kann. Sie erleben diese Gedanken mit einer ganz anderen, sehr quälenden Intensität, was dazu führt, dass sie oft stundenlang Rituale ausführen müssen. Übergänge zwischen angemessener Sorgfalt und zwanghaftem Verhalten sind oft fließend. Entscheidend für die Diagnose einer Zwangsstörung ist die Frage, ob die Betroffenen selber ihr Verhalten als unsinnig empfinden und unter deutlichen Einschränkungen im Alltag leiden.
Besonders häufige Erscheinungsformen der Zwangsstörung sind:
Kontrollzwänge
Gegenstände, wie z.B. Elektrogeräte, Türen oder Wasserhähne, müssen immer wieder kontrolliert werden. Auch die korrekte Erledigung bestimmter Aufgaben kann Inhalt des Kontrollzwangs sein.
Waschzwänge
Betroffene betreiben exzessive Reinigungsrituale (z.B. beim Händewaschen, Duschen).
Zwangsgedanken
Gedanken, Impulse oder Vorstellungen werden als aufdringlich und unangenehm empfunden und lösen erhebliche Angst aus. Relativ häufig sind Zwangsimpulse, die gegen gesellschaftliche Tabus verstoßen mit aggressiven, sexuellen oder blasphemischen Inhalten.
Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Erscheinungsformen von Zwängen, wie z.B. Zählzwang, Ordnungszwang, Sammelzwang, Wiederholungszwang.
Was kann ich tun?>
Viele Betroffene schämen sich ihrer Zwänge und versuchen, sie geheim zu halten. Häufig fühlen sie sich unverstanden und meinen, mit ihrem Problem allein zu sein. Zwänge gehören jedoch zu den häufigsten psychischen Störungen. Es existieren mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten.
Nach Terminvereinbarung finden ein ausführliches Vorgespräch sowie eingehende Untersuchungen durch das multiprofessionelle Team der Institutsambulanz statt. Ziel des Gespräches und der diagnostischen Untersuchungen ist die Einordnung des vorliegenden Beschwerdebildes sowie eine Empfehlung für eine geeignete Behandlung. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann eine ambulante, eine tagesklinische oder eine stationäre Therapie sinnvoll sein. In der Sprechstunde erfolgt eine qualifizierte Beratung und Information bezüglich der Möglichkeiten, geeignete Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Gegebenenfalls kann auch eine Weitervermittlung an geeignete Stationen oder an unsere Tagesklinik stattfinden. Eine Weiterbehandlung in der Institutsambulanz kann erfolgen, wenn die Voraussetzungen des §118 SGB V vorliegen.
Sie können telefonisch einen Termin für die Sprechstunde für Zwangserkrankungen in der Allgemeinpsychiatrischen Ambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie vereinbaren.
Zur Behandlung in der Ambulanz benötigen Sie eine Überweisung (gelber Überweisungsschein). Sie können sich auch nur mit der Chipkarte Ihrer Krankenversicherung vorstellen, dann fällt die Praxisgebühr an.
Bringen Sie bitte alle verfügbaren Vorbefunde, wie z.B. Berichte über Krankenhausaufenthalte oder körperliche Untersuchungen (EKG, Blutuntersuchungen), mit oder schicken Sie uns diese vorher zu.
Ambulanzsekretariat
Frau Klomberg
Frau Pöhler
Frau Kalafat
Tel.: +49 (0) 201 / 72 27 - 265
Fax: +49 (0) 201 / 72 27 - 310
E-Mail: rke.ap-amb@lvr.de
Öffnungszeiten
Mo-Fr: 08.00 - 16.00 Uhr
Außerhalb der Öffnungszeiten und in Notfällen können Sie sich jederzeit persönlich oder telefonisch über die
Zentrale +49 (0) 201 / 72 27 - 0 an den diensthabenden Arzt der Klinik wenden.
